Isole Borromee Isole Borromee
Der Besuch ist in der Eintrittskarte des Palazzo Borromeo enthalten

3 Mai 2021 - 1 November 2021

Vitaliano VI

Die Erfinderung von der Isola Bella

Kuratierte von Alessandro Morandotti und Mauro Natale

Diese Ausstellung nachzeichnet sein Leben und vor allem sein Werk, nämlich das Schiff auf den Gewässern des Lago Maggiore – noch heute eine Quelle der Bewunderung und des Staunens für Besucher aus aller Welt.

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“L’isola è dama mia”

 

Die Ausstellung im großen Saal, der 1956 von seinem gleichnamigen Nachkommen Vitaliano IX. fertiggestellt wurde, zeigt im ersten Abschnitt anhand von Porträts und Skulpturen, Medaillen und Dokumenten – zusammen mit den Projekten für den Palast und die Gärten – die wichtigsten Lebensphasen von Vitaliano VI., dem wahren Schöpfer des neuen Familienglücks in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts.

Der Barockstil im Nordwesten Italiens ist der Kern diese Austellung, und es ist auch heute noch in den meisten noch original ausgestatteten Räumen zu lesen.
Steine, Marmor und Alabaster, Gemälde mit Ländern und Perspektiven sowie mit Bergkristallen, Achaten und Lapislazuli verzierte Rahmen, die gesammelt über die Jahren bei Vitaliano VI waren, bereichern den Palast.

Auch der Garten ist mit mosaikbedeckten Steinarchitekturen, Statuen und Brunnen bereichert, die gemeinsam mit den Hecken echte Theater im Grünen bildet.

Familien-Strategien

Die Ausstellung findet im riesigen Salon statt, der lange Zeit im Mittelpunkt ausführlicher Debatten zwischen dem Bauherrn Vitaliano VI. Borromeo und den Architekten Andrea Biffi, Filippo Cagnola und Carlo Fontana stand.

 
Anlässlich dieser Ausstellung wird erstmalig ein großes Holzmodell dieses Raumes präsentiert.

Der erste Bereich der Ausstellung ist den Familienstrategien gewidmet: Mitte des 17. Jahrhunderts wurde Isola Bella der spektakuläre Schauplatz für die internationale Konsekration der Erben des Hl. Karls und Federico Borromeos. Vitaliano VI. und Giberto III., Kardinal in Rom, weben ein wertvolles Netz von Bündnissen zwischen Madrid, Wien und Rom, und diese Familie des alten Feudaladels wird in weitere Szenarien projiziert, außerhalb der Grenzen des so genannten „Borromäischen Staates“, wie Historiker das von der Familie ab dem 15.

Jahrhundert kontrollierte Gebiet des Lago Maggiore definiert haben. Emblematisch für diese neue Expansion ist die Heirat ihres Neffens und Fahnenträgers Carlo IV. mit der Nichte von Papst Odescalchi, Innozenz XI., im Jahr 1677. Auf den tiefen Gewässern vor der Insel wird eine große Hochzeitsfeier veranstaltet, von der in dieser Ausstellung Projekte und Bilder zu sehen sind.

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Busto di Vitaliano VI Borromeo, Carlo Simonetta
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Una delle medaglie di Giuseppe Vismara

In diesem Bereich finden wir auch die Marmorbüste von Vitaliano VI. Borromeo und sein von einem unbekannten Maler angefertigtes Porträt. Die Büste von Carlo Simonetta ist das einzige zu Lebzeiten des Grafen modellierte Bildhauerporträt von Vitaliano VI.

Das Gemälde hingegen ist ein höfisches Porträt, das die typischen Tugenden der Borromäer wie Größe, Würde und Pracht unterstreicht. Es wird vermutet, dass das Gemälde von Pier Francesco Cittadini geschaffen wurde, der bei mehreren Gelegenheiten für Familienwerke ins Borromäische Haus gerufen wurde. Diesen ersten Bereich schließen ein Porträt von Vitaliano VI. von Salomon Adler und die Medaillen von Giuseppe Vismara (65 davon signiert), die das zivile, politische, militärische und künstlerische Leben des Herzogtums durch das metallene Bildnis seiner Protagonisten veranschaulichen, darunter auch die 1688 Vitaliano VI. gewidmete.

Geschichte eines großen Projekts

Ein schon Karl III., Vater von Vitaliano VI., der mit der Verwandlung dieser felsigen „Insel“ in einen Terrassengarten liebäugte, sehr am Herzen liegendes Projekt.

 

Eine Zeichnung aus den Jahren 1660 – 1665 zeigt uns die vom See umgebene Insel vor den bedeutsamen, von Vitaliano VI. vorangetriebenen Eingriffen, die ihr Aussehen wesentlich verändern sollten. Die Vermessung fand kurz vor dem ersten wichtigen Entwurf des Palazzos von Andrea Biffi statt (um 1665), der die Realisierung des großartigen Bauwerks dauerhaft prägte und auch die Entscheidungen der ihm nachfolgenden Architekten leitete.

Ab diesem Augenblick beginnt die Verwandlung der Insel, die dank einer konstanten Projektplanung und einem artikulierten Zeitplan mit ihren Gärten und dem Palazzo, innen und außen, langsam Gestalt annimmt. Besonders faszinierend ist die Ausgestaltung der Grotten. Die ehrgeizige Idee des „grottenartigen“ Appartements von Vitaliano VI. Borromeo geht auf 1662 zurück. Er wollte „höhlenähnliche Räume für den Sommer“ schaffen, die seine Gäste in Staunen versetzen sollten.

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Progetto delle grotte, Filippo Cagnola, 1698-1690

Die große Zeichnung von Carlo Fontana zeigt die Isola Bella von den Gärten aus und stammt aus dem Jahr 1686. Das Projekt aus 24 auf Leinwand geklebten, unterschiedlich großen Papierbögen ermöglicht einen überraschenden Überblick, der die Länge der Insel unterstreicht.

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Il progetto dell’Isola Bella, Carlo Fontana

Aus diesem Bereich und allgemein aus dem Besuch der Ausstellung geht klar hervor, dass das Werk mit dem Tod Vitalianos VI. im Jahr 1690 keinesfalls seinen Abschluss findet. Schon vor seinem Ableben war die Insel ein Muss im Rahmen einer Grand Tour, und Vedutisten, auch berühmte wie Van Wittel, feierten sie als verzauberten Ort, in edlem Wettstreit mit dem perspektivischen Entwurf von Carlo Fontana, der, zwischen Realität und Fantasie, in Europa Schule machen wird.

Die Innenräume des Palastes

Die vom Grafen Vitaliano VI. Borromeo gewünschte barocke Ausstattung mit ihren Möbeln, Skulpturen, Gemälden, Stuckarbeiten, farbigen und vergoldeten Holzschnitzereien und Kunsttischlerarbeiten ist originell und einzigartig.

Das Projekt der Architekten Andrea Biffi und Filippo Cagnola zeigt eine offensichtliche stilistische Kontinuität, die aus den ausgestellten Zeichnungen hervorgeht. Die Räume sind mit hunderten von gold- und blaugerahmten Werken, Marmorbüsten und Alabastervasen geschmückt und zeichnen sich durch ebenholzartig bemalte Holztürrahmen mit blumengeschmückten Schieferplatten aus, welche auch an den Wänden anzutreffen sind.

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Sala della Musica, Palazzo Borromeo
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Sala delle due Alcove o della Regina, Palazzo Borromeo

Vitaliano VI. und seine Planer spielten immer wieder mit dem Kontrast und der Ähnlichkeit zwischen dem Inneren des Palazzos und dem Äußeren der terrassenförmig angelegten Gärten und dem Seeblick. Natürliche und künstliche Wunder stehen sich ständig gegenüber.

Bei der Ausgestaltung des Palazzos wünschte sich der Graf für seine ihm besonders am Herzen liegenden Gemälde eine zentrale Galerie mit zugehörigem Alkoven, eine für einen Palazzo im Barockzeitalter nicht unübliche Lösung. Dies belegen Zeichnungen, Ansichten, Baustellenpläne und Fotografien mit Bau- und Dekorhypothesen.

Besonders interessant ist der Vergleich mit dem heutigen Grundriss des Palazzos, der aufzeigt, wie einige der Säle (der der Medaillen, des Throns und der beiden Alkoven) ihr ursprüngliches Aussehen bewahrt haben.

Unter den ausgestellten Gemälden ragen Werke von Spezialisten neuer Gemäldegenres heraus: Blumenstillleben, Landschaften, Architekturperspektiven. Aber schenken wir unter allen dem Selbstbildnis des Malers Pieter Mulier (1637 – 1701), genannt Cavalier Tempesta, und seiner Frau Anna Eleonora Beltrami etwas mehr Aufmerksamkeit. Es ist Teil einer besonderen Mäzenatengeschichte, in der Mulier von Vitaliano auf- und in Schutz genommen wird, nachdem er lange Jahre in Genua inhaftiert war. Als Zeichen der Dankbarkeit schenkte der Tempesta dem Grafen eine beträchtliche Anzahl von Werken aus seinen Spezialgebieten der Landschafts- und Seesturmmalerei (daher sein Spitzname). So wurde er seit den Jahren Vitalianos VI. zum wichtigsten Landschaftsmaler der Insel.

Il Salone

Salone Nuovo der Isola zu erkunden, in dem die Ausstellung stattfindet.

 
Der Salone war Gegenstand einer langen Planung. Zwischen 1686 und 1688 versuchten die Architekten Andrea Biffi, Filippo Cagnola und Carlo Fontana, die Ambitionen des Grafen Vitaliano VI. Borromeo zu interpretieren, der sich – inspiriert vom Grundriss der Basilika San Lorenzo in Mailand, einer der ältesten Kirchen der Stadt – einen Kuppelsaal vorstellte.

Die großartigen Ideen und Vorschläge wurden anhand einer Reihe wertvoller Zeichnungen zu Papier gebracht und werden hier erstmalig und systematisch ausgestellt. Die ursprüngliche Idee, einen Festsaal zu bauen, stammt aus dem Jahr 1662, aber die Arbeiten an diesem Flügel des Palazzos begannen einige Jahre später nach einer mehrjährigen Planungsphase. Der Tod Vitalianos VI. im Jahr 1690 brachten die – wie aus den ausgestellten Fotografien hervorgeht – erst bei den Außenmauern angelangten Arbeiten ins Stocken.

Zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert versuchte die Familie Borromeo, das Werk zu vollenden. Im 20. Jahrhundert, und genauer zwischen 1948 und 1960, nahm der von Vitaliano X. realisierte Salone mit den von ihm gewollten barocken Dekorationen seine endgültige Gestalt an.

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Interno del Salone Nuovo di Palazzo Borromeo, 1948
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Esterno del Salone Nuovo di Palazzo Borromeo, 1948

Die Entwicklung des Projekts bis zu seiner heutigen Struktur wird anhand einer bedeutsamen Anzahl von Skizzen und Detail- und Dekorationsstudien erzählt.

In der Ausstellung können Sie auch ein spektakuläres Holzmodell vom zentralen Salone des Palazzos Borromeo bewundern. Es wurde zwischen 1780 und 1781 vom Zimmermann Giuseppe Antonio Oltolina nach einem Entwurf des Architekten Cosimo Morelli aus Imola angefertigt. Das Original dieses Modells wurde eingehend studiert und restauriert und wird bei dieser Gelegenheit erstmalig der Öffentlichkeit gezeigt. Seine Tannenholzstruktur ist mit Nussbaumholz verkleidet und sowohl innen als auch außen mit allen dekorativen Details ausgestattet.

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Sala Nuovo, Palazzo Borromeo

Nützliche Informationen

Der Besuch ist in der Eintrittskarte des Palazzo Borromeo enthalten.

Die Ausstellung ist Teil des von der Regione Piemonte geförderten Weges “L’essenziale è Barocco” [Das Wesentliche ist der Barock]. Weitere Informationen www.visitpiemonte.com

 
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#Berthier130
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L’unica galleria di pittura barocca tra Piemonte e Lombardia conservata fino a noi è a Palazzo Borromeo sull’Isola Bella.
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È la Galleria Berthier che tra le sue 130 opere, comprende anche dipinti di grandi nomi nella cerchia di Leonardo da Vinci, tra cui Bernardino de’ Conti, tra i maggiori esponenti della tradizione sforzesca.
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Anche in questo ritratto d’uomo, la vista di tre quarti su fondo scuro, l’attenzione ai dettagli del costume del personaggio e la durezza plastica, quasi di derivazione nordica, ne fanno i tratti distintivi di questo grande autore.
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Vediamo insieme gli altri dettagli nelle Stories?
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Bernardino de’ Conti
Ritratto d’uomo
1505-1510
Galleria Berthier, Palazzo Borromeo
Isola Bella
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#Berthier130
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The only baroque painting gallery between Piedmont and Lombardy preserved to this day is at Palazzo Borromeo on Isola Bella.
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It is the Galleria Berthier, which houses 130 works including paintings by renowned artists in the circle of Leonardo da Vinci, including Bernardino de' Conti; one of the greatest exponents of the Sforza tradition.
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Even in this portrait of a man, depicted in a three-quarter perspective on a dark background, the attention to detail of the character's costume and the hardness of the plastic, almost of Nordic derivation, are the hallmarks of this great artist.
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Shall we observe the other details together in our stories?
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Bernardino de’ Conti
Portrait of a man
1505-1510
Galleria Berthier, Palazzo Borromeo
Isola Bella

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